Die Verbraucher-Milch

Hier kannst Du Deine Milch gestalten und den entsprechenden Preis empfehlen! Jetzt abstimmen – kostenlos und ohne Registrierung.

1 – Stall- oder Weidehaltung

Kühe können entweder das ganze Jahr im Stall gehalten werden (Stallhaltung) oder die Möglichkeit bekommen, auf die Weide zu gehen, sobald das Wetter es zulässt. Dort verbringen sie dann mindestens 6 Stunden am Tag.

Bei Stallhaltung werden Milchkühe in sogenannten Boxlaufställen (teilweise mit integriertem Laufhof) gehalten, wo sie sich frei bewegen können und zwischen Futter-, Liegeplätzen und Melkstand laufen können. Die Anbindehaltung, die noch in kleinen Betrieben vor allem im Süden existiert, wird für unsere "Du bist hier der Chef!" Milch ausgeschlossen.

Bei Weidehaltung wird darauf geachtet, dass die Tiere zusätzlich zum frischen Gras genug Schattenplätze und Wasser vorfinden. Die Weidezeit erstreckt sich zwischen April und Oktober, hängt jedoch oft vom Wetter (z.B. nach starken Regenfällen, wenn der Boden zu weich geworden ist), von den Außentemperaturen (Kühe mögen keine Hitze) oder vom Zustand der Weiden ab (z.B. nach Dürre-Perioden, wenn kein ausreichendes Futterangebot mehr vorhanden ist). Die Weidedauer wird vom Landwirt in einem Weidekalender dokumentiert. Da die Weidehaltung aufwändiger ist, erhalten die Weide-Betriebe einen Preisaufschlag.

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zur Weidehaltung:

  • Kühe verbringen das ganze Jahr im Stall
  • Kühe verbringen mindestens 4 Monate auf der Weide

2 – Fütterung der Kühe, wenn sie im Stall sind

Wenn die Tiere im Stall sind, erhalten sie ein sogenanntes Grundfutter, das aus Heu und Silage (Gärfutter) aber auch aus frischem Gras bestehen kann. Die Extra-Portion Frischgras ist natürlich nur während der Vegetationsperiode möglich, wenn dieses tatsächlich auf den Weiden wächst (die Vegetationsperiode ist die Phase des Jahres, in dem eine Pflanze aktiv wächst. Die andere Phase bezeichnet man als Vegetationsruhe.)

Anmerkungen:

  • Wir verzichten zu 100% auf gentechnisch verändertes Futter.
  • Eine Fütterung der Kühe mit viel frischem Gras erhöht den Anteil an Omega 3 Fettsäuren in der Milch. Omega 3 Fettsäuren sind lebensnotwendig, können jedoch nicht selbst von unserem Körper produziert werden. Sie müssen über Lebensmittel aufgenommen werden.
  • Durch Klimaveränderung und Dürre kann in den Betrieben punktuell Gras- und Heuknappheit herrschen. In diesen Ausnahmefällen darf mit Silage bzw. anderen Futtermitteln zugefüttert werden.
  • Zusätzlich zum Grundfutter erhalten die Kühe auch Kraftfutter aus u.a. Schrot, Getreide, Ackerbohnen oder Maismehlen, das besonders energetisch ist.

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zur Fütterung der Kühe im Stall:

  • Überwiegend Heu und Silage
  • In der Vegetationsperiode überwiegend Frischgras (Milch wird besonders reich an Omega 3 Fettsäuren), in der Vegetationsruhe überwiegend Heu und Silage

3 – Herstellung der Futtermittel

Die Futtermittel, die für die Fütterung der Kühe im Stall erforderlich sind, werden auf Grünland und Ackerland aufgebaut:

  • Grünland sind die Flächen der Betriebe, die für die Herstellung von Frischgras, Heu und Grassilage genutzt werden.
  • Auf Ackerflächen werden dazu Getreide, Ackerbohnen oder z.B. Mais angebaut.

Die Art und Weise, wie diese Flächen bearbeitet und bewirtschaftet werden – konventionell oder biologisch – hat einen Einfluss auf Artenvielfalt und Biodiversität. Unterstützende Maßnahmen sind z.B. der Verzicht auf Pestizide auf Grünwaldflächen, damit viele Pflanzenarten sich entwickeln können, oder die geringere und progressive Beschneidung der Wiesen, damit Insekten immer genug Futter und Lebensraum vorfinden.

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zur Herstellung der Futtermittel:

  • Konventionell, mit Nutzung von chemisch-synthetischen Pestiziden auf Grünland und Ackerflächen (Kühe erhalten nur konventionell hergestelltes Futter, geben dadurch konventionelle Milch)
  • Biologisch, mit Verzicht auf Pestizide auf Grünland und Nutzung von biologischen Pestiziden auf Ackerflächen (Kühe erhalten nur biologisch hergestelltes Futter, geben dadurch Bio-Milch)

4 – Vergütung für die Landwirte

Seit dem Ende der Milchquotenregelung in Europa (2015) schwankt der Milchpreis von Jahr zu Jahr stark. Er hängt von vielen Faktoren ab, u.a. von der verfügbaren Menge bzw. der schwankenden Nachfrage auf dem (Welt-)Markt oder von der Saisonalität... Die Milchbauern haben in der Regel einen Liefervertrag mit einer Molkerei abgeschlossen, die sich damit dazu verpflichtet, die gesamte Milchmenge abzunehmen. Jedoch beinhalten diese Verträge oft keine Preise, sodass die Landwirte kaum Planungssicherheit über ihr Einkommen haben. Der durchschnittliche Milchpreis beträgt aktuell ca. 0,34 € für konventionelle Milch und ca. 0,47 € für Biomilch.

  • Landwirt wird zum aktuellen Marktpreis vergütet: dieses Preisniveau deckt die Milcherzeugungskosten aktuell nur zu ca. 80% und erlaubt dem Landwirt nicht, kostendeckend zu produzieren (er kann sich weder einen fairen Lohn auszahlen noch in seinen Betrieb investieren).
  • Landwirt verliert kein Geld und produziert kostendeckend: der Milchpreis ermöglicht jetzt, die Betriebskosten zu finanzieren. Jedoch reicht er noch nicht aus, damit der Landwirt von seiner Arbeit gut leben kann.
  • Landwirt wird fair vergütet und kann in seinen Betrieb investieren: Molkerei und Milchbauer vereinbaren einen 3 Jahres-Vertrag, der eine faire Vergütung des Landwirts garantiert. Dank der gewonnenen Planungssicherheit können die Betriebe ihre Schulden tilgen bzw. einen notwendigen Investitionsplan finanzieren.
  • Landwirt wird fair vergütet, kann in seinen Betrieb investieren und bekommt freie Zeit für soziale und gesellschaftliche Projekte: ein Zusatzbetrag sichert die Entlohnung der Landwirte, wenn sie ihre Zeit für soziale oder gesellschaftliche Projekte investieren (und entsprechend nicht auf dem Betrieb arbeiten können).

Soziale und gesellschaftliche Projekte dienen dazu, Verbraucher und Landwirte wieder näher zusammenzubringen, für Transparenz und Austausch zu sorgen sowie die zukünftigen Generationen auf die Wichtigkeit der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Dies passiert z.B. durch den Empfang von Kindergarten-Gruppen auf den Höfen oder die Organisation eines Tags der offenen Tür. So schaffen wir Verständnis und Wertschätzung für die Leute, die unsere Lebensmittel produzieren.

5 – Herkunft der Futtermittel

Die Betriebe können meistens nicht alle benötigten Futtermittel selbst anbauen und müssen entsprechend einen Teil extern zukaufen. Indem wir auf die Herkunft der Futtermittel achten, verhindern wir z.B., dass Soja aus Übersee verfüttert wird.
Und zur Erinnerung: egal ob Eigenproduktion oder Zukauf, auf gentechnisch verändertes Futter wird bei uns ganz verzichtet!

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zur Herkunft der Futtermittel:

  • Keine Vorgabe
  • Herkunft Europa (mind. 50% aus eigener Produktion / Rest aus der EU
  • Herkunft Deutschland (mind. 50% aus eigener Produktion / Rest aus Deutschland)
  • Herkunft Regional (mind. 50% aus eigener Produktion / Rest aus angrenzenden Bundesländern)

6 – Tierwohl

Bei Tierwohl möchten wir ein System anbieten, das das Wohlbefinden der Tiere umfangreicher bewertet als existierende deutsche Labels: Der Tiergesundheitsindex (TGI) bewertet fünf für das Tierwohl wichtige Einflussbereiche mit einem Punkte-System: 

  1. die Bewegungsmöglichkeit der Tiere: verfügbare Fläche pro Tier im Stall, Zugang zu Auslaufflächen oder zur Weide…
  2. die Sozialkontakte: Herdenstruktur, Nachzucht, Dauer des Auslaufs bzw. des Weidegangs…
  3. die Bodenbeschaffenheit im Stall: Weichheit, Sauberkeit und Trittsicherheit der Liegeflächen, Beschaffenheit der Auslaufflächen und Weiden…
  4. das Stallklima mit Licht, Luft und Lärm: Tageslicht, Luftqualität, vorhandene Zugluft…
  5. die Betreuungsqualität und -intensität: Sauberkeit der Buchten, Futter und Tränkeeinrichtungen, technischer Zustand, Zustand der Haut, der Klauen, Sauberkeit und Gesundheit der Tiere…

Jeder Betrieb wird durch eine externe Prüfungsbehörde einmal im Jahr kontrolliert und erhält eine Punktzahl zwischen 9 und 48 (laut vordefinierter Skala). Damit wird das Tierwohl bewertet bzw. werden die notwendigen Maßnahmen zur weiteren Verbesserung identifiziert und eingeleitet.

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zum Tierwohl:

  • Keine Vorgabe
  • 3 Sterne, gutes Tierwohl, mind. 21 Punkte
  • 4 Sterne, sehr gutes Tierwohl, mind. 24 Punkte
  • 5 Sterne, ausgezeichnetes Tierwohl, mind. 28 Punkte

7 – Verpackung (Karton mit Schraubverschluss)

Unsere Milch wird in einem Getränkekarton verpackt, weil diese Art von Verpackung aktuell umweltfreundlicher als PET- oder Glas-Flaschen ist (Glas-Mehrwegflaschen sind z.B. nur attraktiver, wenn sie in einem Umkreis von max. 100 km um die Molkerei herum verkauft werden).

Der Getränkekarton besteht aus 3 Komponenten:

  • Der Karton selber entspricht 75% der Verpackungsmenge, wird aus Holz hergestellt und ist FSC zertifiziert.
  • Dazu kommen eine Siegel-Folie aus Kunststoff, die den Karton wasserdicht macht und ein Schraubverschluss ebenfalls aus Kunststoff.

Der Kunststoff (PE) kann sowohl aus nicht erneuerbaren Rohstoffen (z.B. Öl) als auch aus holzbasierten nachwachsenden Rohstoffen (Tall-Öl, das ein Abfall-Produkt der Papier-Produktion ist) hergestellt werden.

Die Klimaneutralität der Verpackung wird dank sogenannten Ausgleichsmaßnahmen erreicht. Wie es funktioniert? Bei der Herstellung von Milchkartons entstehen bei Gewinnung der Rohstoffe, Produktion, Energie-Verbrauch und Transport Treibhausgase, die freigesetzt werden. Um diesen Effekt zu kompensieren, wird in Energie-Effizienz investiert, der Materialeinsatz reduziert, erneuerbare Rohstoffe und Strom werden verwendet sowie Klimaschutz-Projekte außerhalb der Wertschöpfungskette als Ausgleich für die restlichen Emissionen unterstützt.

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zur Verpackung:

  • Keine Vorgabe (Kunststoff aus nicht erneuerbaren Rohstoffen)
  • Verpackung ist nachhaltig (aus 100% nachwachsenden holzbasierten Rohstoffen)
  • Verpackung ist nachhaltig (aus 100% nachwachsenden holzbasierten Rohstoffen) und klimaneutral (dank Ausgleich verbleibender Emissionen)

8 – Weitere Hilfe für die Betriebe

Mit diesem Produkt – der Milch der Verbraucher – haben wir die Möglichkeit, die Zukunft vorzubereiten, indem wir Betriebe bei der Finanzierung ausgewählter Maßnahmen unterstützen.  Denn die Umstellung eines Betriebs auf Weidehaltung, auf muttergebundenen Kälber-Aufzucht oder auf ökologische Landwirtschaft können Landwirte oft nicht aus eigener Kraft finanzieren.

Deshalb möchten wir einen Hilfe-Fond zur Förderung und Finanzierung dieser Maßnahmen einrichten. Ein Gremium aus Verbrauchern und Landwirten wird dann in voller Transparenz entscheiden, welche Betriebe unterstützt werden. 

Pro Liter verkaufter Milch wird 0,01€ in den Fond eingezahlt.

 

Folgende Auswahl-Möglichkeiten zur weiteren Hilfe der Betriebe:

  • Keine weitere Hilfe
  • Hilfe zur Umstellung von Stallhaltung auf Weidehaltung
  • Hilfe zur Implementierung von Mutter- und Ammengebundenem Kälber-Aufzucht
  • Hilfe zur Umstellung von konventionell auf ökologische Landwirtschaft